Auf in die alte Königsstadt
Die Abholung zum Bahnhof ist für 11:00 Uhr geplant, bleibt also noch Zeit für ein entspanntes Frühstück. Kurz vor 11 sind wir am Front Desk, da wir noch unsere Rechnung bezahlen müssen. Vom Fahrer noch keine Spur. Um 11:07 Uhr frag ich mal nach ob ich was missverstanden habe – es gibt allerdings eine WhatsApp Nachricht vom Front Desk wo die 11:00 Uhr drinstehen. Das führt kurzfristig zu etwas hektischem Treiben und einigen Telefonaten. Um 11:20 Uhr ist das Taxi da, nach Aussage des Fahrers pünktlich bezüglich seiner Anweisungen. Sei es drum, fährt er halt etwas schneller. Der Bahnhof ist genauso groß wie in Vientiane und es ist genauso wenig los, Bedeutet dass er vermutlich bereits voll hier ankommt. Auch die Kontrollen sind wie in Vientiane, keinerlei Aufregung trotz Feuerzeug und Haarspray.
Bei der Ankunft in Luang Prabang beginnt das Hauen und
Stechen. Bereits 5 Minuten vor Einfahrt steht die Hälfte der Passagiere im
Gang, inclusive Gepäck. Auf dem Bahnsteig steht die gleiche Menge an Chinesen
in einer dichten Traube vor den Waggontüren. Als einige der Passagiere ihr
Gepäck aus einem separaten Regal holen, reißt der Strom nach draußen ab, was
die draußen stehenden Passagiere nutzen, um den Zug zu entern. Chaos macht sich
breit, die drinnen haben Panik, dass sie nicht mehr rechtzeitig rauskommen, die
draußen, dass die besten Plätze weg sind. Und das alles in einer unglaublichen
Lautstärke. Ich gebe zu ich habe meine Meinung zu den Chinesen und versuche
regelmäßig aufs Neue objektiv an die Sache ranzugehen. Hier haben sie
allerdings meine Meinung wieder einmal bestätigt: Sie treten meistens in
Gruppen auf, sie sind laut und rücksichtslos.
Das Servicepersonal – das stellt sich relativ schnell raus – ist nicht so das aller hellste. Die Zimmer sind schön und modern eingerichtet, aber auch hier
gibt es den ein oder anderen Unterschied zu den Fotos auf Booking. Ihr merkt
vermutlich, dass uns die letzten Tage in den beiden Traumunterkünften gerade
auf die Füße fallen und wir uns erst mal wieder neu kalibrieren müssen.
Immerhin kostet das hier auch einiges weniger. Wir haben im Vorfeld lange
gesucht und im ersten Step eine Unterkunft in Nähe der Tempel gebucht, die so
gut und günstig war, dass wir erst mal diverse Fakten-Checker angeschmissen
haben um zu prüfen, ob das kein Fake ist. Nein, ist tatsächlich o.k. mit guten
echten Bewertungen. Das Hotel ist offensichtlich neu und wir haben bereits im
Frühjahr gebucht. Über die Zeit kamen weitere Bewertungen hinzu und es stellte sich heraus, dass das Haus komplett auf chinesische Touristen ausgelegt, was
sich in der Qualität des Frühstücks niederschlägt und das dort auch kein
Englisch gesprochen wird. Da haben wir dann weitergesucht.
Wir machen uns kurz frisch und begeben uns auf den Weg in die Stadt. Das Hotel liegt ca. 1 km außerhalb, aber entlang des Weges gibt es einiges zu sehen. Wir stoppen an einem kleinen Restaurant mit Bar und genehmigen uns eine Portion Porck Lab und eine Luang Prabang Sausage.
Lab ist
das Nationalgericht in Laos und vergleichbar mit unserem Hackfleisch nur mit
viel Minze und Koriander. Gibt’s mit Rind, Schwein oder Hähnchen und ist in der
Regel saulecker. Lao Sausage ist schlichtweg eine Bratwurst, aber neben dem
Fleisch sind dort jede Menge Kräuter und andere Füllstoffe drin. Jede Region
hier und auch im Norden Thailands hat ihre eigenen Rezepte. In Kombination
mit der hier dazu gereichten Roasted Chili Sauce ein echter Geschmackshammer.
Dazu gibt’s das obligatorische Laobeer.
Danach geht’s weiter in die Innenstadt, wir waren bereits 2019 das erste Mal hier und seitdem hat sich hier nicht viel verändert. Luang Prabang ist die alte Königsstadt am Mekong und Weltkulturerbe. Dürfte ich nur einen Ort in Laos besichtigen, ich würde hierherkommen. Heerscharen von Touristen denken vermutlich jedes Jahr das Gleiche, trotzdem hat sich die Stadt ihren besonderen Charme bewahrt.
Es gibt eine Unmenge von gut erhaltenen
Tempeln, frühmorgens die Speisung der Mönche und die vielen hübschen Häuser im
Kolonialstil erinnern manchmal an Vietnam. Die UNESCO wie auch die vielen
Touristen spülen offensichtlich gutes Geld in die Stadtkasse, denn alles ist
sauber, gepflegt oder wird restauriert. Ich freue mich schon auf die nächsten
Tage, was allerdings noch einen Augenblick dauern wird. Aber dazu später mehr.
Wir nehmen ein Orangen Sorbet und einen Lao Kaffee auf der Terrasse des 3 Nagas, unserem Hotel aus dem letzten Urlaub. Auch hier hat sich wenig geändert. Die Stühle sind etwas härter geworden und aus dem Frühstücksraum der damals schon im Umbau war hat man eine Bar gemacht. Wir setzen unseren Rundgang fort und kommen zur Straße die am Mekong entlangführt, hier gibt es mehrere Boote, die man für eine Sunset Cruise mieten kann. Haben wir beim letzten Mal nicht geschafft, ist daher in diesem Urlaub Pflicht, Wir checken daher schon mal das Angebot. So, jetzt aber ab an die Bar.
Auf der
Hauptstraße oberhalb reiht sich ein Restaurant bzw. Café ans nächste, alle in
alten Kolonialbauten. Die Sonne geht langsam unter und wir ergattern einen der
letzten Plätze im Freien, von wo man einen schönen Blick auf abendliche
Atmosphäre der Hauptstraße hat.
Der Rückweg führt uns über den Nachtmarkt wo es Taschen,
T-Shirts, Ketten, Kaffee und andere Waren für die Touristen gibt. Aufgrund der
Nähe zur Grenze hätte ich allerdings vermutet, dass das alles Chinaware ist. Es
gibt Läden im Ort, dort werden handgearbeitete Produkte der Landbevölkerung
verkauft, allerdings zu deutlich höheren Preisen.
Da das Mittagessen noch vorhält, verzichten wir auf ein Abendessen und besorgen uns stattdessen in einem der vielen kleinen Supermärkte entlang des Weges eine Dose Pringles und eine Dose Laobeer die wir auf unserer Terrasse verputzen. Anschließend organisieren wir unser Gepäck neu, bevor wir zu Beet gehen. Ich muß noch ein wenig schreiben. An dieser Stelle ein Hinweis in eigener Sache: Ich habe gesehen, dass die optische Darstellung im Blog eine Katastrophe ist. Ich entschuldige mich in aller Form, habe aktuell aber nicht die Muse, geschweige denn die Zeit das zu reparieren. Nächstes Jahr wird alles besser – ich swöre.











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