Der Bus der ein Buggy sein wollte

Heute checken wir aus. Häääh??. Ja echt jetzt. Wir fahren von hier ca. 130 km in den Norden Nach Nong Khiaw. War mal ein Geheimtipp, ist es heute nicht mehr. Hauptattraktivität: Gegend, viel Gegend. Wir werden dort für 3 Nächte bleiben und anschließend wieder hierher zurückkommen. Gestern Abend haben wir eine Auswahl Klamotten, Kosmetik und andere überlebenswichtigen Dinge wie Ladegeräte und unsere JBL Flip auf 2 Rucksäcke verteilt. Einen dritten, kleinen nehmen wir als Daypack für unsere Touren vor Ort mit. Das dort am Ende auch noch was reinwandert ist dem Umstand geschuldet, dass mein Rucksack mit dem ganzen Technikkram wie Fotoapparat, Drohne, Laptop und iPad bereits halbvoll ist.

Kommen wir zur Anreise. Ich hatte mich bereits im Vorfeld beim Hotel erkundigt, ob die Möglichkeit besteht, einen privaten Fahrer zu mieten, der uns dort hinauffährt, mit einigen Sidesteps entlang des Weges. Ja, geht. Kostet 180,--USD. Da ich mir über die Qualität des Fahrers in Punkto Tour Guide nicht sicher war, habe ich es gelassen. In Thailand gibt es professionelle Tour Operator die bieten sowas für ähnliches Geld an.

Übliche und preisgünstige Alternative ist in diesem Fall der Minivan oder Bus. Dauert geschätzt 4 Stunden und kostet 8-10,-- EUR pro Nase. Das Ganze funktioniert immer auf die gleiche Art und Weise, muss ich aber leider auch jedes Mal neu lernen. Nehmen wir mal das Beispiel unseres Buggy gestern. Oben im Dorf sitzen jede Menge fleißiger Laoten, die Dir einen Buggy anbieten und vom Look-and-Feel des Ladens denkst Du der hat 3 von den Dingern hinterm Haus stehen. Weit gefehlt, sobald Du gebucht hast, kommt ein Shuttle und bringt Dich irgendwo vor die Tore der Stadt wo der Typ mit den Buggys sitzt. Vielleicht sitzen dort auch 2, 3 oder 5. Ist aber egal, denn der Preis ist überall im Ort der gleiche.

Das Gleiche gilt für den Minivan nach Nong Khiaw. Ich habe den gestern im Hotel gebucht und hatte den Eindruck dass sie dort eine Kooperation mit einem Fahrer haben, der zwar mehr als 2 Personen fährt, aber uns hier im Hotel abholt. Nee is nich, letztlich geht von hier ein Songthaew, also ein größeres Tuk-Tuk welches uns zum Busbahnhof fährt, Abholung ist für 10:00 Uhr geplant, er war aber gegen 9:00 Uhr schon mal da, quasi beim Start der Sammelaktion, aber da sind wir gerade zum Frühstück aufgelaufen. Als wir die Sänfte besteigen sitzen dort schon 2 Paare, d.h. wir sind zu sechst. Mit etwas Optimismus hätte ich gesagt 4 weitere Leute gehen noch. Das wären 5 Mann auf jeder Seite und schon etwas eng, aber ist ja nicht für lange – er schafft 14! Auf diese Art und Weise werden die Kunden aus den verschiedenen Teilen der Stadt schrittweise verdichtet und am Busbahnhof abgeladen. 










Mein Eindruck ist, dass hier mehr Touristen als Minivans stehen. Also first come, first serve? Der kleine Minivan vor mir fällt durch seine offensichtlich hohe Zuladung und den niedrigen Reifendruck auf, er ist zum Glück schon voll. Unser Bus ist etwas größer und bietet im Normalfall Platz für 20 Personen. Das Gepäck wird auf dem Dach verstaut. Damit das zügig von statten geht, stelle ich unsere Rücksäcke neben die Fahrertür und setze mich nach hinten zu meiner Frau die noch einen Zweier-Sitz ergattert hat. Die Reihe auf der anderen Seite besteht aus Einzelsitzen, allerdings bietet sie die Möglichkeit einen weiteren Sitz nach auszuklappen. Zupp, 30 Personen. 








Ist eine pfiffige Möglichkeit der Platzerweiterung, aber für diejenigen die auf diesen Stühlen sitzen müssen, bei einer Fahrzeit von 4+ Stunden eher unkomfortabel. Der andere Punkt ist der, dass man wenn man einmal Platz genommen hat, nur durch Verhandlungen mit den Passagieren im Gang wieder rauskommt. Bevor wir losfahren bitte ich die Dame die am Fenster sitzt, mal einen Blick nach draußen zu werfen. Als hätte ich es geahnt, draußen neben der Fahrertür stehen noch 2 Rucksäcke – unsere. Ich muss etwas laut werden bevor jemand draußen begreift, was ich will und die Rucksäcke aufs Dach hievt.

Trotz Kapazitätserweiterung stehen draußen noch 4 Mann für die drinnen kein Platz mehr ist. Nach einigen Diskussionen findet sich noch ein weiterer Minivan, der noch Space hat. Also wieder rauf aufs Dach und das Gepäck nach unten holen. Wie in einem Slapstick-Film sehe ich, wie mein Rucksack wieder von oben nach unten wandert. Halt, Stopp, Nein! Die machen mich echt fertig.

Nachdem alle Passagiere und Gepäck verstaut sind und der Bus relativ voll ist geht es um 11:42 Uhr endlich los. Auch das ist typisch Asien. Nach den ersten Kilometern außerhalb der Stadt erwarte ich 4 Stunden Buggyfahrt, nur schneller.









Es geht durch die laotische Landschaft Richtung Norden und der Fahrer zieht durch, kein Pit Stopp bis Non Khiaw und man möchte ja auch nicht in der letzten Reihe aufstehen und lsutstark „Ich muss mal!“ rufen. Ich nutze die Zeit um endlich mal meinen Blog auf Stand zu bringen und kurz vor 16:00 Uhr erreichen wir den Ort, Originalton Bine: die Fahrt war eine absolute Katastrophe. Wir steigen aus und alles freut sich, dass das Gepäck noch auf dem Dach liegt. Direkt an der Haltestelle liegt eine Bar mit Außenterrasse auf der wir uns erstmal ein, na? Laobeer genehmigen. Zu uns gesellt sich ein älteres Ehepaar aus London, die schon während der Fahrt neben uns gesessen haben, er auf dem Klappstuhl. Wir kommen ins quatschen und aus einem Laobeer werden zwei Laobeer und die Sonne taucht die Stadt in ein warmes Licht.











Als es ans Tuk Tuk bestellen geht, stellen wir fest, dass unsere Unterkünfte nebeneinander liegen – Zufälle gibt’s. Wir teilen den Transport und lassen uns zur Unterkunft bringen. Der Ort ist klein und wir werden uns in den nächsten Tagen bestimmt nochmal über den Weg laufen.

Die Unterkunft ist einfach, das Zimmer verfügt aber über eine Terrasse die direkt auf den Nam Ou Fluss blickt. Wir schauen eine Weile auf den Fluss und checken die Gastroszene im Ort. 100 m von hier gibt es ein kleines Restaurant mit durchgängig guten Bewertungen. Gesagt getan, wir pudern uns die Nase und machen uns auf den Weg. Das Essen ist erste Sahne, Papaya Salat, Frühlingsrollen, ein Chicken Lab und ein rotes Curry, incl. 1 großen Bier für schlappe 12,-- EUR. Wir sind angekommen. Mittlerweile ist es 21:45 Uhr und wir liegen im Bett in froher Erwartung des morgigen Tages. 

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